Phytotherapie
Die
Pflanzenheilkunde
Die Phytotherapie oder Pflanzenheilkunde ( griech:
phyton=Pflanze, therapeia= Pflege )
ist eine der fünf Säulen der klassischen Naturheilkunde. Sie
ist eine der frühesten
Therapieverfahren. Das älteste Heilpflanzenbuch ist 5000 Jahre
alt und stammt aus China.
Die moderne Phytotherapie basiert meist auf dem Wissen der
Vorfahren über die Heilwirkung bei den unterschiedlichsten
Erkrankungen. Die Wirkstoffe sind heute teilweise bekannt,
isoliert, und der Gehalt an diesen Wirkstoffen ist
standardisiert worden, so daß sich viele Pflanzenauszüge und
Präparate mit ihren Wirkungen wissenschaftlich begründen
lassen.
Die Pflanzen werden eingesetzt als Frischpflanzen, als
Drogen oder als Extrakte, die auch zu Tees, Kapseln, Tropfen
oder Salben weiterverarbeitet werden können.
In der Pharmakologie unterteilt man die Pflanzen
nach ihrer Wirksamkeit in:
- milde oder als Mite bezeichnete Pflanzen
- starke, mit Forte gekennzeichnete Pflanzen
- alle sonstigen, dazwischen liegenden Pflanzen, die keine
besondere Kennung haben.
Die traditionelle Naturheilkunde setzt mehr auf die gesamten
Auszüge einer oder mehrerer Heilpflanzen, da gerade das Gemisch
der Wirkstoffe die Wirkung erzielt und nicht der
Einzelstoff.
Auszüge aus Arzneipflanzen werden gewonnen
aus: Blätter, Blüten, Knospen, Drüsen,
Sprossen, Stengeln, Samen, Beeren, Rinden, Fruchschalen, Holz,
Wurzeln, Wurzelstöcken, Zwiebeln, Knollen und Flechten
Seit den letzten 15 Jahren werden in zunehmendem Maße auch
naturwissenschaftlich-medizinische Methoden zu Erforschung von
Wirk- und Inhaltstoffen, zur Aufklärung der Wirkungsweise und
Optimierung der Anwendung von Arzneipflanzen und pflanzlichen
Arzneimitteln eingesetzt.
Insgesamt ist die Pflanzenheilkunde bei vielen Erkrankungen
und Befindlichkeitsstörungen in ihrer heutigen Kombination aus
Erfahrungsheilkunde und den Ergebnissen der modernen
Arzneipflanzenforschung als oft ausreichend wirksamen und
zumeist verträgliche Alternative zu chemisch synthetischen
Arzneimitteln zu sehen.
Sie erfreut sich hoher Anerkennung durch Patienten und
Fachleute.
Die Phytotherapie kann als Basis- und
Begleittherapie in sehr vielen Bereichen eingesetzt werden
.
So stehen wie selbstverständlich in vielen Haushalten „alte
Hausmittel", um bei entsprechenden Situationen zum Einsatz zu
kommen, ohne daß man groß darüber nachdenkt:
- In den meisten Haushalten gibt es Kamillen- und
Pfefferminztee.
- Evtl. auch einen Husten-, Kräuter oder Nierentee
- Wir verwenden Hustenbonbons beim ersten Kratzen im Hals
oder gurgeln mit Salbei und Kamille
- Beliebt ist auch der Hustensaft aus Thymian, Eibisch,
Spitzwegerich oder Islamoos, den wir noch aus Kindertagen
kennen.
- Um geistig fit zu bleiben, verwenden wir Ginseng und
Gingko
- Essen wir schwer, nehmen wir einen „Magenbitter“
- Probleme mit schweren Beinen lassen uns zur Arnika-. oder
Rosskastaniensalbe greifen
- Wir beruhigen unser vegetatives Nervensystem mit
Melissen-Tee
- Wir trinken Baldrian-Tee bei Schlafstörungen, den
Kamillen-Tee bei gereiztem Magen
- Den Wermut-Tee wählen wir zur Anregung des Appetits
- oder wir greifen zur Kohlblattauflage, zum Leberwickel
oder zum aufgekochtem Zwiebelsud
Wir verwenden häufig alte Hausmittel aus der Erfahrungs- und
Volksheilkunde, die wir durch unsere Eltern oder Großeltern
kennen gelernt haben, und denken nicht weiter darüber nach.
Wir wissen aber eines genau: sie wirken
!!
|